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Das Geheimnis des reichen Bettlers - eine Hooponopono Geschichte


Der reiche Bettler und sein Geheimnis

Ich gehe in der Fußgängerzone. Rechts ab durch eine lange Gasse. Eine bettelnde Frau kommt auf mich zu und hält mir fast flehend einen Plastikbecher entgegen. Und ich fühle wie mein Körper enger wird, mein Atem etwas flacher, unangenehme Frequenzen in mir fühlbar werden. Ein Teil in mir würde gerne auf diese Begegnungen verzichten.

Und mir wird meine Gefühle betrachtend meine Wahl klar. Die Wahl, ob ich einfach vorbeigehe als hätte ich sie nicht gesehen und zehn Meter später wieder leichter und freier durchatme. Oder ihr etwas zu geben, gefühlt wie aus einem schlechten Gewissen heraus und nicht wirklich gern. Oder kurz inne zu halten. Mir bewusst zu werden, wie beschenkt ich bin. Und in dieser Wahl hätte ich wieder die Wahl, ob ich dann etwas friedlich und dankbar gebe – oder ihr einfach innerlich danke, dass sie mich erinnert hat. Und ihr nichts zu geben, ihren Weg und ihr Schicksal einfach still zu achten. Was ist besser? Wer bewertet das?

Durch diese Gedanken in mir bin ich bereits zwanzig Meter weiter. Ich bin still an der bettelnden Frau vorbei gegangen. Mein Körper ist nicht stehen geblieben. Wenig später sitzt rechts an einem alten Gebäude wieder ein Bettler. Ärmlich gekleidet auf einem gebreiteten Karton. Das Merkwürdige: Er sitzt vollkommen aufrecht. Keine gebückte Haltung, Gestik oder Mimik des Leidens. Im Gegenteil schaut er mich aufrichtig an. Seine blauen, etwas wässrigen Augen sind freundlich. Lächelfalten geben seinem Gesicht eine sehr entspannende und angenehme Note. Ich fühle mich vollkommen entspannt. Sogar wohler, als noch bevor ich den Bettler erblickte.

Ich möchte ihm etwas geben. Denke an meine Hosentasche, wo ich die Münzen habe, entscheide mich aber für den Geldbeutel. „Schön“, denke ich mir, „also einen Schein.“ Ich sehe den 5-Euro-Schein, den 10-Euro-Schein - und fühle merkwürdiger Weise in mir, dass ich ihm auch locker den 20-Euro-Schein geben könnte. Ich tendiere sogar zum 50er und 100er und fühle mich vollkommen frei und entspannt darin. Diese Offenheit macht mich kurz unschlüssig und wieder unsicher. „Wie heißen Sie?“ frage ich ihn, vielleicht um etwas Zeit zu gewinnen und klarer zu werden, was ich geben will.

„Martin. Martin Bäumler.“ antwortete er. Sein Blick blieb dabei stets bei meinem. Freundlich. Aufrichtig. Die Art und Weise, wie er seinen Namen sagte ließ mich spüren, dass er im Frieden mit sich ist. „Warum sitzen Sie hier?“ frage ich ihn, wohl weil ich meinte, er könnte doch ganz anderes tun und wirken. „Weil dies ein wunderschöner Platz für heute ist. Ich geniesse es, hier zu sitzen und die Menschen zu betrachten, die vorüber gehen.“ „Das ist aussgewöhnlich“ sagte ich und erzählte ihm, wie ich mich normal beim Anblick von Bettlern fühle und wie ich mich fühlte, als ich ihn sah.

„Das freut mich. Und es bestätigt wieder das, was mir vor 5 Jahren ein Mann sagte. Nach der Begegnung mit ihm wurde mein Leben als Bettler reich.“ Nun war ich hellwach und offen. Ein Bettler und reich? Das bekam ich nicht in mir zusammen. „Was für eine Begegnung war das? Wer war dieser Mann und was sagte er zu Ihnen?“ wollte ich wissen. „Wer er war, weiß ich nicht. Er setzte sich an einem Sommertag still neben mich. Nach einer Weile fragte er mich, ob ich mein Schicksal verändern möchte. Damals sagte ich eher beiläufig resignierend „Wie denn?“, nicht glaubend, dass es da noch etwas zu Rütteln gab.

Der Mann sagte, dass die Menschen, die vorüber gehen, meine Gedanken und mein Herz spüren. Ich solle ihnen innerlich einfach sagen „Es tut mir leid. Bitte verzeih mir. Ich liebe dich. Ich danke dir.“ Dabei soll ich im Herzen in Erwägung ziehen, dass ich einst auch anderen nicht geholfen habe, obwohl ich es hätte tun können. Ich solle mir nichts von diesen Worten erwarten. Mir nur wünschen, dass es den Menschen etwas gibt. Dann ging dieser Mann wieder. Nach einer Weile, in der ich etwas verstört über diese Begegnung nachdachte, begann ich dann einfach mal, dies innerlich zu tun.

Ich hatte ja Zeit. Wann immer also jemand in mein näheres Blickfeld kam, sagte ich zu ihm innerlich „Es tut mir leid. Bitte verzeih mir. Ich liebe dich. Ich danke dir.“ Das Merkwürdige war, dass ich manchmal, während ich das innerlich sagte, fast zu weinen begann. Eine innere Rührung fühlte, wie Schmerz und Liebe gleichzeitig. Die ersten Tage gaben die Leute deswegen auch nicht mehr. Aber ich fühlte mich um Welten besser auf meinem Platz. Es wurde so zu sagen mein Hobby. Ich sprach diese Sätze sogar zu vorüber sträunenden Hunden, Vögeln. Irgendwann wurde daraus in mir auch zeitweise ein „Ich verzeihe mir. Ich liebe mich.“ Nun, seit dieser Begegnung ist alles anders geworden in meinem Leben. Sehen Sie den türkischen Obstladen da drüben?“ fragte er mich.

Beeindruckt von seiner Geschichte war ich noch etwas ungegenwärtig. „Äh, ja.“ sagte ich. „Mohammed beschenkt mich seit damals.“ fuhr er fort. „Er bringt mir, immer wenn ich hier bin, eine kleine Schale mit Obst. Ganz gemischt. Mal Erdbeeren, mal Bananen, mal Äpfel. Und er bringt mir Wasser zum Trinken. Und die Fußgänger geben mir gerne und mehr, als ich es damals je auch nur für möglich gehalten hätte. Ich habe immer weit mehr, als ich bräuchte. Manche würden vielleicht sogar sagen, ich bin reich.“ Eine Weile Stille. Ich wußte in mir, dass mich diese Geschichte noch lange begleiten würde.

„Und Sie meinen, dass hat alles mit diesen 4 Sätzen zu tun?“ fragte ich ihn. „Es ist offensichtlich. Ganz offensichtlich.“ lächelte er. Ruhig nahm ich meinen Geldbeutel und gab im einen 20-Euro-Schein. „Alles gute. Ich danke dir.“ sagte ich und stellte erheitert in mir fest, dass ich fast auch noch „Ich liebe dich.“ gesagt hätte.


 

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Letzte Änderung: 11. October 2017
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